Unser Reporter Phil Baumann am Live at Sunset

Wir haben Phil Baumann und seine Begleitung an das diesjährige Live at Sunset auf die Sunset Terrasse eingeladen. Die einzige Bedingung war, Phil sollte uns sein Erlebnis als Special Guest dokumentieren. Dies hat er auch mit Bravur getan. Vielen Dank, dass du uns auf die kulinarische Reise und deinem Musikerlebnis mitgenommen hast. 

 

Dinner Package - Live at Sunset, 15. Juli Ronan Keating & Melanie C

Wir waren noch nie VIPs und sind deshalb um sicher zu gehen, dass unsere Tickets nicht noch wichtigeren Personen vergeben werden, bereits eine halbe Stunde vor Türöffnung vor Ort. Diese Angst verfliegt jedoch rasch. Als sich das Festival-Tor nämlich öffnet, gibt uns der nette Herr am VIP-Empfang sogleich das Gefühl, dass er den ganzen Tag nur auf uns gewartet hat und begrüsst uns wie alte Freunde. Auch auf der Sunset-Terrasse werden wir vom Personal erfrischend aufgestellt empfangen und umgehend an unserem eleganten Zweiertisch mit Champagner und Aperitif-Häppchen versorgt. Schnell wird uns dabei klar: mit Nachschenken wird hier nicht gegeizt. Das Champagnerglas bleibt nie lange leer und wird so unmerkbar durch eine der aufmerksamen Servicedamen stets wieder aufgefüllt, dass es schon fast an Magie grenzt.

Nicht minder beeindruckt die Küche: Vor den Augen der Gäste wird das Essen in kleinen Konfi-Gläsern angerichtet: Pinkfarberner Lachs auf grünen Edamame mit Humus, Ente auf Saturnpfirsich, Jakobsmuscheln im knusprigen Speckmantel auf einem Couscousbeet, das nicht nur gesund ist, sondern tatsächlich Spass macht zu essen. Dasselbe gilt für die Belugalinsen, die zu den kross angebratenen Zanderquadraten serviert werden. Das Rindsfilet auf knallig grünen Erbsen sieht nicht nur toll aus, sondern zergeht auch auf der Zunge. Hier sind Profis am Werk, die Spass an ihrem Beruf haben.

Nach dem Essen steht das erste Konzert an. Unsere Tribünenplätze sind erstklassig und wir haben einen tollen Blick auf Mel C. Die trägt heute ein ärmelloses, langes schwarzes Kleid. Meine Frau erklärt mir, dass Mel C schon immer das «Sporty Spice» war und tatsächlich fallen einem sofort ihre muskulösen Oberarme auf. Auf ihrem rechten Arm trägt sie ein riesiges Kreuztatoo. Der Begriff «Cross-Fit» kommt offenbar von ihr. Langsam geht die Sonne nun unter, und der Horizont färbt sich orange. Einen Moment den man gerne festhalten möchte, was sich offenbar auch der Herr in der Reihe vor uns denkt, der tatsächlich das ganze Konzert durch seine Kompaktkamera verfolgt. Uns gefällt die unverpixelte Aussicht besser.

In der Pause zwischen Mel C und Ronan Keating gönnen wir uns noch einen weiteren Drink bei unseren neuen Freunden auf der Sunset Terrasse. Mittlerweile ist es praktisch dunkel. Beim Konzert von Ronan Keating halten wir es allerdings auf unseren Tribünenlätzen nicht mehr aus und mischen uns unter die Fans vor der Bühne. Aber auch hier geht es familiär zu und her und es hat genügend Platz für alle. Ich nehme meine Frau in die Arme, da kommt Keating’s «In Your Arms» gerade recht. Ronan singt gerne und noch lieber spricht er darüber, dass er gerne singt und weshalb er singt was er singt. Für uns kein Problem, denn singen kann er und seinem irischen Akzent beim Reden zuzuhören, ist ebenfalls ganz angenehm. Auch Mitsingen darf man bei Ronan oft. Bei «If Tomorrow Never Comes» singen wir das erste Mal noch fälschlicherweise «if tomorrow never dies», merkt aber zum Glück niemand. Vielleicht hat uns da der blonde Keating zu sehr an 007 Daniel Craig erinnert. Weiter geht es im Zeichen der Liebe mit «As long as We’re in Love» und «Let Me Love You», als Single macht das Konzert wohl nicht so viel Spass. Wir hingegen schmelzen förmlich dahin. Bei «Think I Don’t Remember» geht es glaube ich um Keatings Heimatstadt «Doblin», aber so ganz können wir uns daran nicht mehr erinnern. Zum Schluss folgt noch «Life is a Rollercoaster». Wie wahr, denken wir, als uns die Dolderbahn wieder zurück ins Tal der Realität bringt.

Ein VIP-Anlass hat für uns nach diesem Abend eine neue Bedeutung bekommen: Das «very important» bezog sich nicht darauf wie prominent wir sind (überhaupt nicht), sondern wie wichtig es unserem Gastgeber war, uns einen unvergesslichen Abend zu zweit zu bescheren. Und das ist ihm vollends geglückt.

Phil Baumann